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Religiöse Schlachtungen: Verbesserung des Kenntnisstands durch Dialog und Erörterung der Belange des Tierschutzes, der Gesetzgebung und sozio-ökonomischer Aspekte

Das im Rahmen einer "specific support action" von der EU geförderte Projekt umfasst Belange der Durchführung religiöser Schlachtungen hinsichtlich Tierschutz, Vermarktung und Verbraucherschutz. Das Projekt hat das Ziel den Dialog zwischen interessierten Gruppen und Interessenvertretern zu fördern und die Umsetzung guter Praktiken bei religiösen Schlachtungen zu erleichtern.

Das DIALREL- Projekt

Religiöse Schlachtungen sind seit jeher ein kontrovers diskutiertes und emotional belegtes Thema, im Spannungsfeld von Anforderungen des Tierschutzes, kulturellen Aspekten und Fragen der Menschenrechte.

Die Vielzahl der in der gängigen Praxis angewandten Methoden und die Variationsbreite der Anforderungen der religiösen Gemeinschaften ist ziemlich verwirrend. Gleichermaßen bestehen Ansprüche und Bedenken der Verbraucher beider Seiten.

Daher besteht die Notwendigkeit, Informationen zusammenzutragen, die die gängigen Vorgehensweisen und Anforderungen bei der Schlachtung betreffen, das Sortiment der Produkte aus religiösen Schlachtungen, Verbrauchererwartungen, Marktanteile sowie sozio-ökonomische Fragestellungen. Das DIALREL Projekt hat sich zum Ziel gesetzt diese Informationen in einem konstruktiven Dialog zwischen den betreffenden Interessengruppen zu erarbeiten.

Die Basis eines realistischen Dialogs

Religiöse Schlachtungen und konventionelle Schlachtungen gibt es in Europa bereits seit Jahrhunderten. Seit der Einführung der Schlachttierbetäubung für die konventionelle Schlachtung im 19. Jahrhundert wurden jedoch Tierschutzbedenken gegenüber betäubungslosen Schlachtungen geäußert. Dennoch stieg in den letzten Jahren die Nachfrage nach Lebensmitteln aus religiösen Schlachtungen deutlich an und der Marktanteil dieser Produkte ist ebenfalls beträchtlich.

Bei der Religiösen Schlachtung sind im Wesentlichen zwei Schlachtmethoden von Bedeutung, diejenige für die Gewinnung von Halal-Fleisch für muslimische Glaubensangehörige und diejenige zur Gewinnung von koscherem Fleisch für jüdische Glaubensangehörige. Die Betäubung der Schlachttiere wird teilweise akzeptiert, aber es gibt nach wie vor eine kontinuierliche Diskussion um die Vor- und Nachteile der Schlachttierbetäubung. Kenntnisse über religiöse Schlachtmethoden sind mittlerweile größer geworden, doch die Durchführung der religiösen Schlachtungen vor dem Hintergrund der Erwartungen der Verbraucher, der Aspekte des Tierschutzes und des Einflusses wirtschaftlicher Aspekte wurden bislang nicht zufriedenstellend erörtert.

Weiterhin sind im Rahmen der relevanten rechtlichen Regelungen der EU Ausnahmen und Sonderregelungen der Mitgliedsstaaten möglich, so dass einzelne Mitgliedsstaaten betäubungslose Schlachtungen unter Aufsicht der zuständigen Veterinärbehörden zulassen können. Indes ist es notwendig, dass bei religiösen Schlachtungen ebenso wie bei konventionellen Schlachtungen dafür gesorgt wird, dass die Tiere soweit wie möglich vor unnötigen Leiden und Schmerzen geschützt werden.

DIALREL soll dazu beitragen, dass die Einführung tierschutzgerechter religiöser Schlachtmethoden in die Tierschutzstandards der EU erleichtert wird und die Erwartungen des Handels und der Verbraucher erfüllt werden.

Die Aufgaben innerhalb des Projektes bestehen in einer Zusammenfassung der den Tierschutz betreffenden nationalen Vorschriften, einer Übersicht zum Stand der Wissenschaft in Fragen religiöser Schlachtungen sowie einer Erhebung der verschiedenen Vorgehensweisen in der Praxis. Der Einfluss unterschiedlicher religiöser Auffassungen wird dabei ebenfalls berücksichtigt. Ein anderer Schwerpunkt wird es sein zu prüfen, inwieweit das Verbraucherverhalten betroffen ist oder Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich Lebensmittelqualität und –sicherheit bestehen.

Im Hinblick auf die Umsetzung der genannten Ziele werden im Verlauf des Projektes die Möglichkeiten zur Förderung des Dialogs zwischen den verschiedenen Interessenvertretern sondiert. Der gesellschaftliche Dialog wird sowohl in den Mitgliedsstaaten der EU, als auch in den Anwärterstaaten und assoziierten Ländern geführt. Auf lange Sicht soll der Schutz der landwirtschaftlichen Nutztiere durch Harmonisierung von Techniken und rechtlichen Regelungen innerhalb der EU verbessert werden.

Der Arbeitsplan umfasst 5 Gebiete: Erarbeitung der widersprüchlichen Anforderungen (im Kontext der Religionen, der rechtlichen Bestimmungen und des Erkenntnisstandes hinsichtlich Tierschutz), Erfassung und Bewertung der gängigen Praxis, Verbraucherbelange und Konsumverhalten, Transparenz des Marktes, sowie Kommunikation und Verbreitung des Erarbeiteten. Letzteres wird über Internetseiten und Workshops geschehen, die ein Podium für Diskussionen, Informationsaustausch und Vereinbarungen darstellen sollen.

Vorurteile behindern Kommunikation, Verständigung und Erkenntnis. Das DIALREL Projekt stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, verschiedene Standpunkte zu einem wichtigen kulturellen Thema einander näher zu bringen und gemeinsame Lösungsansätze zu erarbeiten.

 
 
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